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Dienstag, 23. Januar 2018

Keine Yachtcharter ohne Funkzeugnis?

Im Zuge der Angleichung von EU-Recht bestehen die Yachtcharterstationen in Europa auf Vorlage eines Funkzeugnisses. Mindest ein Crewmitglied muß ein Funkbetriebszeugnis besitzen, weil auf der Charteryacht ein Funkgerät installiert ist.

Neben versicherungsrechtlichen Gründen dient diese Maßnahme vor allem Ihrer eigenen Sicherheit.

Als Voraussetzung für die Teilnahme am See- oder Binnenschifffahrtsfunk, beziehungsweise dem Bedienen einer Seefunkstelle oder Küstenfunkstelle, ist vom Gesetzgeber der Besitz eines personengebundenen Funkbetriebszeugnisses vorgeschrieben. Die Funkbetriebszeugnisse sind international einheitlich gültig. In Deutschland werden sie von der Bundesnetzagentur (BNetzA) vergeben.

Die Seefunkzeugnisse GOC, ROC, LRC und SRC berechtigen zur Teilnahme am weltweiten Seenot- und Sicherheitsfunksystem (GMDSS) inklusive der Nutzung eines DSC-Controllers.

Die beiden beschränkt gültigen Seefunkzeugnisse ROC und SRC gelten nur für UKW-Funk. Damit ist die Reichweite bei einem Digitalruf auf etwa 60 sm und bei Sprechfunk auf etwa 30 sm begrenzt. Mit GOC oder LRC ist über Grenz- und Kurzwelle und Satellit weltweiter Funkverkehr möglich. Nicht eingeschränkt wird die Nutzung von Navtex und satellitengestützten Seenotfunkbaken (EPIRB).

Ist eine Yacht mit einer UKW-DSC-Anlage ausgestattet, muss der Schiffsführer mindestens das SRC (Short Range Certificate) besitzen. Ist die Yacht mit einer GMDSS-Grenzwellen-, -Kurzwellen oder -Satellitenanlage ausgerüstet, muss der Schiffsführer mindestens über das LRC (Long Range Certificate) verfügen. Der Nichtbesitz eines passenden Funkbetriebszeugnisses wird seit dem 1. Januar 2010 als Ordnungswidrigkeit mit einem Bußgeld geahndet.